“Anny Hwang: Meisterhaft und süchtig machend” – SZ

“Anny Hwang: Meisterhaft und süchtig machend” – SZ

Die Saarbrücker Zeitung berichtete am 5.10.15:

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Anny Hwang:

Meisterhaft und süchtig machend

Die aus Dudweiler stammende, international gefragte Pianistin Anny Hwang ließ sich mal wieder in ihrer Heimat hören. Im komplett ausverkauften Dudweiler Bürgerhaus bekamen sie und das Kreissymphonieorchester Saarlouis verdiente Ovationen.

Dudweiler. Ein randvolles Bürgerhaus konnte Michael Wagner, Chef der VHS Dudweiler, am Freitag vermelden: Mit 300 Besuchern war der Rundbau beim Galakonzert zum Semesterbeginn am Rand der genehmigten Kapazitäten angelangt. Zuschauermagnet war die Pianistin Anny Hwang aus Dudweiler als Solistin des Kreissymphonieorchesters Saarlouis.

Das hinreißende Tastenparfüm, das die international konzertierende Musikerin in Begleitung des Ensembles bei Frédéric Chopins 2. Klavierkonzert F-Moll versprühte, konnte leicht süchtig machen: Selten erlebt man derart elastische Hände und seidenweiche Laufketten. Ein Wunder an Geschmeidigkeit; auch druckvoll gemeißelte Töne entbehrten jeglicher Härten. Über ihre pianistische Meisterschaft hinaus ging Hwang zudem verschwenderisch mit Ausdruck um: Jede poetische Kantilene, die Chopin hier einarbeitete, ließ die Wahl-Berlinerin mit beseeltem Gesangston erklingen, jeder harmonische Einfall wurde plastisch aufgegriffen. Ovationen und eine virtuose Zugabe.

Begeisternde Amateure

Ein „gut zugängliches“ Programm hatte Hwang zum Konzertbeginn im Rahmen ihrer Begrüßung mit dem Kopfsatz aus Wolfgang Amadeus Mozarts C-Dur-Sonate KV 545 angekündigt. Vom KSO Saarlouis wurde das mit zwei veritablen Klassik-Hits umgesetzt: der „Akademischen Festouvertüre“ von Johannes Brahms und Bedrich Smetanas noch berühmterer „Moldau“.

Dabei war das Amateur-Großensemble, das 2015 sein 50-jähriges Bestehen feiert, hörbar gut vorbereitet und mit ansteckender Begeisterung bei der Sache. Unter der ebenso dynamischen wie aufgeräumten Stabführung des aus Litauen stammenden Dirigenten Vilmantas Kaliunas wurden mancherlei Details ohrenfällig, auch in den Fortepassagen – sie waren der nicht unkritischen Akustik des Saales angepasst, die sich angesichts des starken Besuchs freilich erfreulich gedämpft präsentierte. Als Zugabe gabs Brahms’ beliebtesten ungarischen Tanz: Nummer fünf. uhr

Bildunterschrift

Ovationen für Anny Hwang und das Orchester unter Leitung von Vilmantas Kaliunas. Foto: Hwang